Bildung, Betreuung und Erziehung

"Hilf mir, es selbst zu tun"

Bildung, Betreuung und Erziehung in unserem Kindergarten

Das Spiel ist die Lebens– und Lernform des Kindes. Es erprobt und durchlebt ungezählte Varianten von Handlungs– und Reaktions–varianten und erprobt auf spielerische Weise das Leben selbst.


Aufbau der Persönlichkeit

Jedes Kind ist ein unverwechselbares Individuum. Wir ermutigen die Kinder, nicht zuletzt durch unser eigenes Verhalten, sie selbst zu sein mit allen ihren Möglichkeiten und Grenzen. Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung liegen oft weit auseinander. Es ist uns wichtig den Kindern immer wieder hilfreich zur Seite zu stehen um Interaktionen, Gefühle und deren Auswirkungen zu reflektieren.


Entwicklung des Sozialverhaltens

“Der Mensch ist ein soziales Wesen, aber nicht von selbst” (Ross Campbell).
In diesem Sinne “üben” wir mit den Kindern eine breite Palette von sozialen Verhaltensweisen ein. Dies geschieht im alltäglichen Zusammenleben und wird von uns bewusst begleitet und mit Hilfe von Gesprächen, Rollenspielen, vorbereiteten Spielideen unterstützt. Es geht z. B. darum: eigene Bedürfnisse und die Bedürfnisse anderer wahrnehmen und ausdrücken zu können. Sich zurücknehmen und durchsetzen können. Kompromisse finden, Streitkultur entwickeln, sich in einer Gruppe zurechtfinden und vieles mehr. Damit einher geht die zunehmende Verantwortlichkeit für die eigene Person, für den Schutz Schwächerer und im Umgang mit der Umwelt im weitesten Sinne.


Sammeln von lebenspraktischen Erfahrungen

Das tägliche Leben in einer großen Gruppe bietet vielfältige Möglichkeiten: Wie nehme ich Kontakt auf, wenn ich mitspielen möchte? Woher bekomme ich ein sauberes Glas, wenn der Vorrat im Regal aufgebraucht ist? Warum gehört aufräumen immer dazu? Was mache ich wenn ich meine Schuhe noch nicht zubinden kann? Die Fragen ließen sich beliebig fortsetzen, ebenso wie die Erfahrungen, die wir den Kindern im Alltag und mit gezielten Angeboten und Projekten vermitteln:

    •    Beobachtung und Arbeit mit der belebten und unbelebten Natur
    •    Verkehrserziehung
    •    Umgang mit Sprache (Ausdruck/Sprachverständnis)
    •    Respekt vor Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen)
    •    sachgemäßer Umgang mit Materialien
    •    Tischkultur
    •    Hygiene
    •    Grundzüge des höflichen Umgangs
    •    mathematische Grundkenntnisse
    •    Konfliktkultur

Wie die Wissenschaftlichen Untersuchungen inzwischen vielfältig bestätigen, kommt es beim Lernen auf die innere Anteilnahme und die konkrete Beschäftigung mit dem Lerngegenstand an. Die Kinder bekommen täglich die Möglichkeit sich intensiv mit aktuellen Themen auseinander zu setzten. Wir unterstützen die Kinder in ihren individuellen Lernprozessen indem wir:

    •    Beobachten
    •    eine anregende Umgebung vorbereiten
    •    Nachfragen und Herausfordern
    •    die Kinder und die Gruppenprozesse beobachten
    •    Zugang zu Material und Informationen schaffen
    •    Ruhezeiten und Ruheorte schaffen

Dabei verstehen wir uns selbst als Lernende und schätzen uns glücklich an der Entdeckerfreude der Kinder teilzuhaben. Kinder lernen besonders gut von Kindern, darum ermutigen wir die Kinder einander mit ihrem Wissen aktiv zu unterstützen.
Stabilisierung der kindlichen Emotionalität


Wir unterstützen die Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand, ihre Gefühle wahr zu nehmen, zu akzeptieren und sich angemessen auseinanderzusetzen. Dies geschieht unter anderem mittels Rollenspielen, Bilderbuchbetrachtungen, Kinderkonferenzen, Sportlichen Aktivitäten und Erzählkreisen. Konflikte in ihren unterschiedlichen Dimensionen bringen naturgemäß besonders starke emotionale Regungen mit sich. Wir begleiten und stützen die Kinder individuell und der jeweiligen Situation angemessen.


Stärkung der kognitiven Fähigkeiten

Wir fördern die Kinder in der Erweiterung und Vertiefung von Fähigkeiten wie Wahrnehmung der Um– und Mitwelt, logisches Denken, Phantasie, Merkfähigkeit, Differenzierung (Details erkennen) und Integration (Zusammenhänge erfassen). Dies geschieht durch gezielte vorbereitete Angebote, längerfristige Projekte und eine lebendige und wache Gesprächskultur.


Ausbildung physischen Kompetenzen

Turnen, Gartenzeiten, Ausflüge in den Wald und auf den Spielplatz sowie Schlittenfahren fördern die Eigenwahrnehmung, Grobmotorik und Ausdauer der Kinder; im Umgang mit Konstruktionsmaterial, Steckspielen, Stiften und Schere wird die Feinmotorik immer präziser.


Entwicklung der Kreativität

Wir begleiten die kreative Auseinandersetzung der Kinder mit ihrer Lebensumwelt. Wir machen auf unterschiedliche Sichtweisen aufmerksam und ermutigen die Kinder immer wieder aufs Neue sich mit gezielten Fragen individuell auseinanderzusetzen. Die Atmosphäre und das Informations– und Materialangebot in unserer Einrichtung dienen der Entfaltung der kindlichen Kreativität ebenso, wie unser zum Ausdruck gebrachtes Vertrauen in die kreativen Fähigkeiten der Kinder.


Ausdifferenzierung der Sprache

Sprache in ihrer unterschiedlichen Form ist ein elementares Mittel, um miteinander in Kontakt zu treten. Sowohl der verbale Ausdruck, als auch Mimik und Gestik sind wichtige Mittel der Kommunikation. Nach wie vor nehmen Reime, Klatschspiele, Singen, Erzählen und Fingerspiele einen wichtigen Platz in unserer täglichen Arbeit mit den Kindern ein. Wir erachten es als äußerst wichtig, den Kindern – wo immer es möglich ist – sehr genau und aktiv zuzuhören.


Vorbereitung auf die Schule heißt für uns Vorbereitung auf das Leben
Bei uns beginnt die Vorbereitung auf die Schule und das Leben mit dem ersten Kindergartentag des Kindes.


Je länger ein Kind den Kindergarten besucht, je reifer und verlässlicher es wird, desto mehr Freiraum kann es auch verkraften. Gleichzeitig nehmen Verantwortung, Aufgaben und Pflichten zu.


Im letzten Jahr vor der Einschulung ist die Teilnahme an den meisten Angeboten verpflichtend. Zusätzlich bieten wir unseren “Cräckern” (so nennen sich unsere “Großen”) ein differnziertes Förderangebot, dies hilft uns die Kinder noch gezielter zu beobachten und kommt dem Bedürfnis der Kinder – ihr Fähigkeiten zu erproben – entgegen. Um den Schrift–Spracherwerb vorzubereiten führen wir jeweils ab Januar das Würzburger Trainingsprogramm durch. Dieses Seminar zieht sich über mehrere Monate und dient im Besonderen der Stärkung der phonologischen Bewusstheit.(HLL = Hören Lauschen Lernen)


Gemeinsame Exkursionen ergänzen unser Programm z.B.:
    •    Besuch der Feuerwehr
    •    Besuch der Polizei
    •    Besuch im Krankenhaus
    •    Besuch beim Schreiner/Bäcker
    •    Cräckerausflug mit anschließender Übernachtung im Kindergarten
    •    Museumsbesuch
    •    Besuch einer Zahnarztpraxis